Kieze

Mit Engagement im Kiez wollen wir unsere Quartiere für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft lebenswert machen. Dazu haben wir uns 2020 unsere Quartierssteckbriefe genau angesehen, um zu erkennen, wo wir stehen und wie wir lebendige Quartiere und eine Stadt der kurzen Wege realisieren können.

2020 in Zahlen
Mio

Euro für soziale Projekte

geförderte Initiativen und Institutionen

Kiezhelfer:innen der HOWOGE helfen den Menschen im Alltag

Masterplan fürs Miteinander

Die Neubauvorhaben der HOWOGE verändern die Stadtteile, in denen sie entstehen. Mit ihrer Quartiersentwicklung will die HOWOGE Orte schaffen, an denen Menschen gern leben. Mit denen sich Anwohnende identifizieren. Als Akteurin der Stadtteilentwicklung betreibt sie Kiezentwicklung für vielfältige Bedürfnisse. Wie sie das macht und wie ihre Rolle sich dabei wandelt, lässt sich gut am Beispiel Berlin-Buch ablesen.

Im nördlichsten Teil Pankows und damit auch im nördlichsten Teil Berlins gelegen, haben die HOWOGE-Bestände in Berlin-Buch eine Besonderheit: Sie liegen weit außerhalb des S-Bahn-Rings. Aktuelle Projektnamen wie „Am Sandhaus“ oder „Am Schlosspark“ lassen erahnen, dass hier Potenzial für naturnahes Wohnen in Stadtrandlage besteht. Der als Forschungs- und Medizinstandort bekannte Campus Berlin-Buch will weiter expandieren: Es laufen mehrere Planungsverfahren – der Bezirk ist in Bewegung. Hier will die HOWOGE einige ihrer Zukunftsthemen direkt angehen. War sie früher vor allem Verwalterin von Bestandsgebäuden, eröffnet die Neubauoffensive neue Handlungsmöglichkeiten – die HOWOGE bekomme eine stärkere Rolle in der Stadtentwicklung, betont Cordula Fay. Sie leitet die neue HOWOGE-Abteilung „Neubau im Quartier“. Sie will möglichst viele beteiligte Akteure ansprechen und gemeinsam Ideen entwickeln.

Portrait Cordula Fay
© HOWOGE

Jetzt können die Bestände in Buch ergänzt werden – und damit auch Themen wie Klimaschutz, Mobilität und Verkehr auf Quartiersebene in größerer Dimension gedacht werden.“

Cordula Fay Leiterin Neubau im Quartier bei der HOWOGE

Die Stadt- und Regionalplanerin Cordula Fay soll im Zuge der Wachstumsoffensive dafür sorgen, dass sich die Neubauvorhaben der HOWOGE in die Bestände einfügen – und noch mehr erreichen. Kluge Planung und weitsichtige Pilotprojekte sollen Kiezcharakter schaffen und die Nachhaltigkeitsziele der HOWOGE unterstützen. Die Fragen für den Neubau seien damit: Wie lassen sich soziale Schieflagen vermeiden oder vielleicht auffangen? Was kann dazu baulich und stadtplanerisch beitragen, dass ein nachbarschaftliches Zusammenleben entsteht? Wie kann das neu Entstehende auch auf den Bestand ausstrahlen? Welche Potenziale gibt es, die weiterentwickelt werden können?

Wenn sie an Buch denkt, stellt sie sich das Quartier 2.0 vor. Es handelt sich bei den HOWOGE-Beständen um die letzten in der DDR begonnenen Plattenbausiedlungen, die im Zuge der Wende nicht zu Ende gebaut wurden. Jetzt können diese ergänzt werden – und damit auch Themen wie Klimaschutz, Mobilität und Verkehr auf Quartiersebene in größerer Dimension gedacht werden. Beispielsweise durch dezentrale Energieversorgung durch die HOWOGE Wärme GmbH oder neue Angebote der E-Mobilität.

Für Petra Grampe schließt die neu geschaffene Abteilung „Neubau im Quartier“ eine Lücke hin zu einer ganzheitlichen Entwicklung von Wohngebieten. Sie leitet das „Soziale Management“ der HOWOGE und ist nah dran an den Bedürfnissen der Mieter:innen. „Als langfristige Bestandshalterin wollte die HOWOGE schon immer lebenswerte Quartiere schaffen“, blickt Grampe zurück, „aber da standen primär Angebote für Bestandsmieter im Fokus“. Durch Neubau für unterschiedliche Zielgruppen ergeben sich neue Möglichkeiten für attraktive und durchmischte Wohngebiete.
 

Portrait Petra Grampe
© HOWOGE

Die HOWOGE wollte schon immer lebenswerte Quartiere schaffen. Durch den Neubau gibt es neue Möglichkeiten für attraktive und durchmischte Wohngebiete.

Petra Grampe Leiterin „Soziales Management“ bei der HOWOGE

Das bestätigt auch Karen Schulz, die das Kundenzentrum Am Fennpfuhl leitet, zu dem auch das Quartier Buch gehört. Mit dem starken Wachstum habe sich abgezeichnet, dass die Aktivitäten des „Sozialen Managements“ und die Arbeit der Kundenzentren strategisch mit den Aufgaben von „Neubau im Quartier“ verbunden werden müssen. Es brauche die Vogelperspektive, betont Petra Grampe, den umfassenden Blick auf das Quartier. „Als um 2009 herum in Buch die Sanierungen Form annahmen, gab es sehr viele Akteure, die enorm viel gemacht, aber noch nicht so vernetzt agiert haben“, erinnert sich Karen Schulz an den Ausgangspunkt für die quartiersbezogene Zusammenarbeit. "Im Bezirk arbeiten sehr engagierte Menschen, die eine wachsende Stadt und Integration zusammenbringen. Wobei damit gemeint ist, Alteingesessene ebenso zu einzubinden wie neu Hinzuziehende."

Portrait Karen Schulz
© HOWOGE

In Buch arbeiten sehr engagierte Menschen, die eine wachsende Stadt und Integration zusammenbringen. Es geht darum, Alteingesessene genauso einzubinden wie neu Hinzuziehende.

Karen Schulz Leiterin Kundenzentrum Am Fennpfuhl bei der HOWOGE

Cordula Fay denkt darüber nach, vielleicht ein paar Superlative in die Debatte einzubringen. Das größte klimaneutrale Stadtgebiet Deutschlands anstreben oder das erste autofreie Stadtquartier. Für Buch soll das heißen, ein Zusammenspiel von Stadt und Land, von Wohnen, Arbeiten und Leben, von Jung und Alt – und damit ein greifbares Bild des Quartiers zu schaffen. Dazu wird „Neubau im Quartier“ Themen aufgreifen, die noch in der Zukunft liegen und Neues ausprobieren, Urban Farming, Co-Working-Spaces, innovative Nutzungen von leer stehenden Gewerberäumen. Wenn man Autostellplätze wegnähme für Lastenfahrräder, wird man wenig Begeisterung ernten – da stimmt Cordula Fay ihren Kolleginnen zu. Aber wenn neue Interessenten hinziehen, die sich bewusst für ein autofreies Quartier entscheiden, für die Ruhe und die Möglichkeit, dass ihre Kinder vor der Tür spielen, dann werden sie mit dem Nachteil, dass das Auto weiter weg in der Quartiersgarage steht, gut leben können. Auch Offenheit für Initiativen aus der Mieterschaft ist da, um gemeinsam etwas zu gestalten.

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