Mit gelebter Verantwortung

Mit Bedacht und Weitsicht in die Zukunft

Mit gelebter Verantwortung wollen wir ein Vorbild sein. Da mehr Nachhaltigkeit nur gemeinsam gelingt, geht die HOWOGE mit allen ins Gespräch. Um Herausforderungen zu begegnen, aber auch um Erfolge zu feiern. Der Austausch mit der Wohnungs- und Energiewirtschaft ist dabei so zentral wie mit Mieter:innen, Initiativen oder der Politik. Wie sie ihre Ziele vorantreiben und die HOWOGE nachhaltiger ausrichten wollen, erläutern die Geschäftsführer Ulrich Schiller und Thomas Felgenhauer im Interview.

Was bedeutet das Motto des neuen Nachhaltigkeitsberichts: Mit Verantwortung in die Zukunft?

Ulrich Schiller: Die HOWOGE hat einen gesellschaftlichen Auftrag. Als kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist der Nachhaltigkeitsgedanke fest bei uns verankert. Dabei folgen wir nicht einfach Trends, sondern treffen unsere Entscheidungen fundiert mit Blick in die Zukunft. Verantwortung heißt aber auch, die eigenen Entscheidungen bewusst zu hinterfragen und zu revidieren, wenn es nötig ist.

Thomas Felgenhauer: Wichtig ist es, mit Bedacht zu agieren. Es gibt keinen Königsweg. Wir bewegen uns alle gemeinsam auf ein Ziel hin: die Klimaneutralität. Aber niemand weiß eindeutig, wie wir sie erreichen. Daher sind Pilotprojekte und das Ausprobieren entscheidend. Wir müssen jetzt handeln, und zwar mit der nötigen Offenheit und Konsequenz.

Portrait Ulrich Schiller
© HOWOGE

Dabei folgen wir nicht einfach Trends, sondern treffen unsere Entscheidungen fundiert mit Blick in die Zukunft.

Ulrich Schiller Geschäftsführer der HOWOGE

Wie kommen Sie mit der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie voran?

Ulrich Schiller: Die HOWOGE befindet sich auf einem sehr guten Weg. Wir haben fast alle Neubauprojekte von KfW55 auf KfW40 gehoben. Das war ein gewaltiger Kraftakt, in der Planung wie auch in der Finanzierung, den unsere Teams großartig bewältigt haben. Auch bei der Schulbauoffensive geht es voran, der Grundstein unseres ersten Schulbaus ist gelegt. Die Pilotprojekte zur Dachaufstockung in Holzhybridbauweise sind abgeschlossen. Zudem haben wir ein Portfolio mit rund 8.300 Wohnungen angekauft, für dessen Nachhaltigkeit wir jetzt auch verantwortlich sind. Als Akteurin der Verkehrswende geben wir Impulse für zukunftsfähige Mobilität in den Quartieren, mit einem eigens dafür gegründeten Fachbereich. Bei allen Herausforderungen, wie der Pandemie oder den steigenden Baukosten, haben wir viel erreicht und können stolz auf uns sein.

Thomas Felgenhauer: Allein im vergangenen Jahr ist unser Bestand durch Ankauf und Neubau um 15 Prozent gewachsen. Damit sichern wir nicht nur bezahlbaren Wohnraum für rund 150.000 Menschen, sondern auch mehr als 900 Arbeitsplätze. Unsere Rolle als guter Arbeitgeber gehört ebenso zu unserem Nachhaltigkeitsverständnis wie unser sozialer Auftrag. Zu unserer Belegschaft gehören aktuell 84 schwerbehinderte Mitarbeiter:innen, also rund zehn Prozent. Es ist uns wichtig allen Mitarbeiter:innen ein gesundes und kreatives Arbeitsumfeld zu bieten. Und dazu tragen auch vermeintlich kleine Schritte bei. So finden sie im gesamten Haus ausschließlich fair gehandelten Kaffee und vegane Bio”milch”.

 

Wie sehen konkrete Maßnahmen innerhalb des Bestandes aus?

Thomas Felgenhauer: Ich gebe Ihnen ein Beispiel bezogen auf die Quartiersentwicklung. Im Stadtteil Neu-Hohenschönhausen gibt es einen massiven Ärztemangel. Mit diesem Wissen haben wir uns dafür eingesetzt, dass in unserem Neubauquartier Mühlengrund ein Gesundheitszentrum entsteht um eine ärztliche Versorgung für die gesamte Nachbarschaft zu sichern.

Ulrich Schiller: Um die passende Auswahl zu treffen wurden im Vorfeld die Kliniken der Umgebung gefragt, mit welchen Beschwerden die Patient:innen in die Notaufnahmen kommen, die eigentlich in einer Arztpraxis versorgt werden könnten. Auf diese Fachärzte wurde der Fokus gelegt. Darüber hinaus galt es mitzudenken, dass eine Frauenärztin oder ein Kinderarzt in Neu-Hohenschönhausen nicht mit Privatpatient:innen rechnen kann. Also haben wir die Mieten entsprechend angepasst, damit sich die Ärzt:innen die Mieten gut leisten können und die medizinische Versorgung in unseren Kiezen ergänzen.

Thomas Felgenhauer: Das Beispiel zeigt, dass nicht nur die großen strategischen Ansätze Veränderungen bringen. Wir können durch gezieltes Handeln viel erreichen - für den jeweiligen Kiez aber auch für die gesamte Stadt. Dabei gehen wir sukzessive voran, Schritt für Schritt. Denn es ist wichtig, alle Aspekte und Akteure einzubeziehen. Unsere Nachhaltigkeitsziele können wir nur erreichen, indem alle ihre Erfahrungen und Ideen einbringen.

Sie nannten Klimaneutralität als großes gemeinsames Ziel, was heißt das für Sie?

Ulrich Schiller: Wir wollen als HOWOGE Klimaneutralität erreichen. Aber wir müssen den größeren Zusammenhang betrachten, denn das Gebäude allein erzeugt die CO2-Einsparung nicht. Die Menschen, die in unseren Quartieren wohnen, sind der größte Einflussfaktor beim Klimaschutz. Hier werden wir verstärkt in den Austausch mit unseren Mieter:innen gehen müssen, da Klimaschutz ein Thema der gesamten Gesellschaft ist. Dementsprechend setzen wir uns auch verstärkt mit der Energiewirtschaft auseinander, damit dort strategisch mehr geschieht. Natürlich haben in den Verhandlungen zu unseren Fernwärmeverträgen um günstige Preise für unsere Mieter:innen gerungen. Aber auch darum, dass die höheren Kosten in die Modernisierung des Kraftwerkparks investiert werden.

Die Menschen, die in unseren Quartieren wohnen, sind der größte Einflussfaktor beim Klimaschutz.

Ulrich Schiller Geschäftsführer der HOWOGE

Thomas Felgenhauer: Die HOWOGE ist zwar nur ein Teil des Räderwerks, aber wir können ein Antrieb sein, der viel bewegt. Immer mehr Dämmung aufzubringen wird am Ende nicht für Klimaneutralität reichen. Das ist bekannt. Vielmehr müssen wir die alternative Energiegewinnung vorantreiben und auch Klimafolgekosten stärker betrachten, die beispielsweise bei der Materialproduktion entstehen. Das hängt auch mit unserem weiteren Nachhaltigkeitsziel zusammen, in den Lieferketten für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. Nehmen wir als Beispiel den Einkauf von Holz. Das ist nur dann wirklich ein ökologischer Baustoff, wenn er aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Wir brauchen gesamtheitliche Betrachtungen.

Portrait von Thomas Felgenhauer
© HOWOGE

Die HOWOGE ist zwar nur ein Teil des Räderwerks, aber wir können ein Antrieb sein, der viel bewegt.

Thomas Felgenhauer Geschäftsführer der HOWOGE

Gleichzeitig kostet nicht nur Holz immer mehr. Wie gehen Sie mit den steigenden Kosten um?

Ulrich Schiller: Der Holzpreis wird auf absehbare Zeit nicht runtergehen. Auch der Ölpreis wird weiter steigen. Diese Entwicklung wird sich auch in den Betriebskosten niederschlagen. Allein die Energiepreise sind um bis zu 40 Prozent gestiegen. Allerdings glaube ich nicht, dass es dadurch auch leichter wird, die Zustimmung unserer Mieter:innen für unsere Modernisierungen zu bekommen. Wir werden hier eine gesellschaftliche Debatte führen müssen. Denn neben der Verantwortung müssen auch die Kosten für die Klimaneutralität gemeinschaftlich getragen werden.

Thomas Felgenhauer: Die HOWOGE ist finanziell stabil. Beim Kaufpreis der neuen Wohnungen sind auch die Investitions- und Sanierungskosten bereits in der Kalkulation hinterlegt und von unserem Aufsichtsrat genehmigt. Allerdings werden wir ohne die entsprechende Förderung durch den Staat die erforderliche Klimaneutralität nicht erreichen können. Ein strategischer Ansatz ist hier enorm wichtig, damit die richtigen Anreize gesetzt werden und die Gelder auch tatsächlich auf die Klimaziele einzahlen.

2021 in Zahlen

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Unternehmensanleihe platziert

Wohnungen gekauft

Rezertifizierung durch die Initiative Corporate Governance

* Das Download-Dokument ist nicht barrierefrei. Eine barrierefreie Fassung findet sich im vollständigen Bericht.